IGeL-Laborchecks von A-Z

Schilddrüsen-Laborcheck

Parameter

  • Basisparameter: TSH
  • Erweiterte Parameter: Freies T3 (fT3), Freies T4 (fT4), Schilddrüsen-Autoantikörper

Fragestellung

Verdacht auf Schilddrüsenfunktionsstörung, medizinischer Check-up

Bewertung

Als hochempfindlicher Suchtest auf eine Schilddrüsenfunktionsstörung dient in der ärztlichen Praxis die Bestimmung des TSH. Diese ist sinnvoll, da eine Schilddrüsenfunktionsstörung oft wenig klare Beschwerden bereitet. Die TSH-Bestimmung sollte deshalb z. B. im Rahmen eines medizinischen Check-ups, wenn Beschwerden oder Befindlichkeitsstörungen vorliegen, mit durchgeführt werden.

Erhärtet sich der Verdacht auf eine Schilddrüsenfunktionsstörung durch einen veränderten TSH-Wert oder durch einen entsprechenden ärztlichen Untersuchungsbefund, so folgt im zweiten Schritt die Bestimmung der übrigen Laborparameter. Die Kosten dafür übernehmen die Kassen.

Wer die Mühen einer ggf. notwendigen zweiten Blutentnahme nicht scheut, sollte als IGeL-Leistung deshalb nur der TSH-Bestimmung zustimmen.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler

Schwermetalle und Umweltgifte: Laborcheck

Häufig untersuchte Parameter (im Blut und/oder Urin, evtl. auch im Haar):

  • Arsen (As)
  • Blei (Pb)
  • Cadmium (Cd)
  • Quecksilber (Hg).

Fragestellung

Unklare, möglicherweise durch Schwermetallen verursachte, Beschwerden

Bewertung

Die Analyse möglicher Schwermetallbelastungen spielt v. a. im arbeitsmedizinischen Bereich eine Rolle: so an Arbeitsplätzen der Metallgewinnung und -verarbeitung, wo hohe Konzentrationen von Blei, Cadmium oder Quecksilber vorkommen.

In der Normalbevölkerung kann eine vermehrte Aufnahme beispielsweise von Blei durch Lebensmittel oder Trinkwasser stattfinden. Bei entsprechendem Verdacht kann eine Laboranalyse des Blutes weiterhelfen.

Sie werden dann von der Krankenkasse bezahlt, wenn konkrete Vergiftungserscheinungen vorliegen (also nicht nur Allgemeinbeschwerden wie Leistungsknick oder Infektanfälligkeit), und sind ansonsten IGeL-Leistungen.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler

Sexualhormonstatus bei der Frau (Anti-Aging-Labor)

Parameter

  • LH, FSH
  • Prolaktin
  • Östradiol
  • Progesteron, das vor allem in der zweiten Zyklushälfte vom Gelbkörper gebildet wird, um die Gebärmutterschleimhaut auf das Einnisten einer Eizelle vorzubereiten (Übersicht Geschlechtshormone)
  • DHEA-S
  • IGF-1 (IGF-I, Insulin like growth factor, Somatomedin C), das in der Leber durch den Einfluss von Wachstumshormon produziert wird; IGF-1 vermittelt somit die Wirkung des Wachstumshormons 
  • TSH

Fragestellung

Verdacht auf (vorzeitigen) Beginn der Wechseljahre wegen der Frage der Empfängnisverhütung oder wegen vorzeitiger Wechseljahrsbeschwerden; im Rahmen der Anti-Aging-Beratung; außerhalb von IGeL-Angeboten, d. h. als Kassenleistung, bei vielen weiteren Fragestellungen, z. B. bei gynäkologischen Tumoren.

Bewertung

Das Erlöschen der Eierstockfunktion und damit der Beginn der Wechseljahre zeigt sich laborchemisch durch erhöhte Konzentrationen von FSH und LH sowie erniedrigte Werte von Östradiol und Progesteron.

Allerdings ist eine einmalige Messung nicht immer ausreichend, denn während gegen Ende der Wechseljahre die Messung von FSH alleine in der Regel genügt, können die Hormonspiegel zu Beginn der Wechseljahre noch stärker schwanken, sodass eine sichere Aussage möglicherweise die mehrmalige Bestimmung von FSH, Progesteron und eventuell Östradiol erfordert.

Auch bei klarem Verdacht auf vorzeitige Wechseljahre ist der Laborcheck keine Kassenleistung, da die Wechseljahre nicht als „Krankheit“ gelten.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler

Sexualhormonstatus beim Mann (Anti-Aging-Labor)

Parameter

  • Testosteron, SHBG
  • DHEA-S (DHEAS, DHEA-Sulfat, Dehydroepiandrosteron-Sulfat) und DHEA (Dehydroepiandrosteron), Zwischenstufe im Sexualhormonstoffwechsel und Indikator für die Hormonaktivität der Nebennierenrinde, selbst nur schwach wirksam. Wird in den Geweben zum stärker wirksamen Testosteron umgewandelt.
  • LH, FSH
  • Östradiol
  • Prolaktin
  • IGF-1
  • TSH.

Fragestellung

Verdacht auf einen das alterungsbedingte Maß übersteigenden Rückgang der Testosteronproduktion

Bewertung

Mit zunehmendem Alter ist beim Mann ein Abfall von Testosteron, DHEA-S, Östradiol, IGF-1 und TSH zu beobachten. Die Spiegel von LH, FSH und Kortisol im Blut steigen dagegen an. Im Gegensatz zur Frau fallen aber die Hormonspiegel nur ganz langsam.

Die Bestimmung der Sexualhormone beim Mann erfolgt zum einen bei Anhaltspunkten für hormonelle Störungen, etwa wenn sich im mittleren Erwachsenenalter die Geschlechtsmerkmale zurückbilden (in diesem Fall ist der Laborcheck Kassenleistung).

Zum anderen wird die Sexualhormonbestimmung im Rahmen der Anti-Aging-Diagnostik angeraten, vor allem wenn der Mann über uncharakteristische Beschwerden wie Müdigkeit oder Leistungsabfall in Zusammenhang mit sexuellen Funktionsstörungen klagt. Allerdings überlappen sich normale und pathologische Wertebereiche stark, sodass die Werte in der Realität oft wenig aussagekräftig sind. Hinzu kommt ebenso wie bei der Frau die Frage nach den Konsequenzen: Selbst wenn z. B. erniedrigte Testestoron-Werte gefunden werden, ist eine Testosteron-Ersatztherapie in ihren Risiken derzeit nicht ausreichend evaluiert und deshalb für die meisten betroffenen Männder nur für vergleichbar kurze Zeiträume empfehlenswert.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler